Trip nach Sabah

Vier Tage (drei Nächte) hatten wir eingeplant, um den malaysischen Bundesstaat Sabah kennenzulernen. Soviel schon mal vorweg: Das reicht bei weitem nicht aus, um auch nur ansatzweise zu erkunden, was der Bundesstaat an Sehenswertem zu bieten hat. Auf unseren Reisen nach Malaysia waren wir noch nie auf der östlich vom Festland gelegenen Insel Borneo gewesen. Diesmal hatten wir uns vorgenommen, das nachzuholen und machten einen Abstecher nach Sabah, dem zweitgrößten Bndesstaat Malaysias.  Der Flug von Penang nach Kota Kinabalu oder „KK“, wie es der Einheimische nennt, dauert etwa drei Stunden. Am frühen Nachmittag landen wir und mieten uns erst mal ein Auto, für das wir umgerechnet rund 40 Euro pro Tag bezahlen. Unser Hotel, soviel wussten wir schon im Voraus, liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums, aber leider nicht unbedingt in einer landschaftlich attraktiven Gegend, sondern in einem riesigen Einkaufszentrum. Na gut, wir wollten ja auch keinen Hotelurlaub verbringen und hatten deshalb in der günstigsten Kategorie gebucht. Dennoch der Schock, als wir unser Zimmer zu Gesicht bekommen: ein kleines Loch ohne Tageslicht, da direkt vor dem Fenster die Mauer des Parkhauses aufragt. Und mit „direkt“ meine ich, keinen halben Meter vom Fenster entfernt! Wir also gleich wieder an die Rezeption und ein Upgrade in ein Superior-Zimmer gebucht. Das ist dann so weit in Ordnung, und wir machen uns auf den Weg, die Gegend zu erkunden. Kota Kinabalu, die Hauptstadt Sabahs, liegt direkt an der Küste des südchinesischen Meers. Knapp 500.000 Menschen leben hier, Tendenz steigend. In Sabah sind mittlerweile rund 65 Prozent der Bevölkerung Muslime, nachdem in den vergangenen Jahrzehnten auch auf Intiative der Bundesregierung hin gezielt Muslime angesiedelt wurden, um die islamische Kultur und Lebensweise zu fördern. Zweitgrößte Religion ist das Christentum mit 26 %. Zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts jedoch steht die Stadt ganz im Zeichen des Buddhismus (6 %) , da in wenigen Tagen das chinesische Neue Jahr gefeiert wird und die Straßen mit den typischen glücksbringenden roten Lampions geschmückt sind. IMG_4267 IMG_4296 IMG_4250 IMG_4267 Überhaupt zeigt sich der Islam in Malaysia von seiner toleranteren Seite: Er ist zwar Staatsreligion und bestimmt somit die Rahmenbedingungen des Vielvölkerstaates, dennoch lässt man Andersgläubigen Raum, ihre Kultur, Traditionen und Riten zu pflegen. Und nicht zuletzt ist man hier auch dem westlichen Lebensstil nicht abgeneigt. Bars und Diskotheken findet man ebenso wie Shoppingcenter, und die muslimischen Frauen tragen zwar mehrheitlich Kopftuch, nehmen aber anders als in vielen anderen muslimischen Staaten am gesellschaftlichen Leben teil. Es ist ihnen freigestellt, sich für Beruf und Karriere zu entscheiden, so sie denn wollen. Die allermeisten ziehen dann aber doch die traditionelle Rolle als Hausfrau und Mutter vor; Emanzipation ist die Sache der malaiischen Frauen nicht. Anders als in Penang, wo wir zuvor die historische Architektur bewundern konnten, gibt es in KK kaum ältere Überbleibsel aus der Kolonialherrschaft – im zweiten Weltkrieg wurde vieles von den Alliierten zerbombt, um die japanischen Besatzer zu bezwingen, und so ist der Atkinson-Tower eines von nur drei britischen Bauwerken, die von den Verwüstungen verschont blieben.

atkinson „KotaKinabalu Sabah AtkinsonClockTower-01“ von Photo by CEphoto, Uwe Aranas / CC-BY-SA-3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons http://commons.wikimedia.org/wiki/File:KotaKinabalu_Sabah_AtkinsonClockTower-01.jpg#mediaviewer/File:KotaKinabalu_Sabah_AtkinsonClockTower-01.jpg

Am zweiten Tag steht Kultur auf dem Programm. Dass wir unser Hotel im Voraus gleich für zwei Nächte gebucht haben, erweist sich nun als Fehler: Zu den Orang Utans in Sandakan ist es zu weit, als dass ein Besuch in nur einem Tag absolviert werden könnte. Den Nationalpark am Mount Kinabalu zu erkunden, scheidet auch aus, da man hier im Voraus hätte buchen müssen. Daher greift nun Plan C: Mari Mari.