Relaxen im Beringgis Resort

Panoramablick über die Poollandschaft im Berringis Beach Resort
(Fortsetzung von „Sabahs kulturelles Erbe„)

Am späten Vormittag des dritten Tages brechen wir auf gen Süden – aber nicht allzu weit. Unser Ziel, das Berringis Beach Resort, liegt knapp 30 Kilometer von Kota Kinabalu entfernt.

Man braucht eine gute halbe Autostunde, nachdem man sich durch den Stadtverkehr gequält hat. Vorbei an kleinen malaysischen Dörfern, den Kampongs, streckenweise an der Küste entlang mit Blick aufs Meer führt die gut ausgebaute Strecke. Das Straßennetz in Malaysia ist generell hervorragend und man kommt auf Fernstrecken zumeist zügig voran – dass man hier natürlich nicht so rast wie in Deutschland, versteht sich von selbst: Unsere deutsche Bleifußmentalität ist ja weltweit ziemlich einzigartig.

Schon der erste Eindruck des Resorts ist vielversprechend: Vor der Eingangsgebäude plätschert ein kleiner künstlicher Wasserfall, die Lobby macht einen einladenden, offenen Eindruck und die junge Dame am Empfang begrüßt die Gäste mit einem strahlenden Lächeln, wie man es in Deutschland lange suchen müsste und trotzdem nicht fände.

Wir haben auch hier das günstigste Zimmer gebucht, aber anders als in Kota Kinabalu zwei Tage zuvor gibt es diesmal nichts zu beanstanden. Das Zimmer ist zwar nicht sonderlich groß, aber ansprechend und funktional eingerichtet, sieht man mal von der chinesischen Besonderheit ab, dass sich das Waschbecken im Zimmer und nicht im Bad befindet. Wenn man darüber nachdenkt, ist das gar aber gar nicht so dumm: Wird das Zimmer zu zweit bewohnt, kann der eine auf der Toilette gemütlich seine Duftmarken setzen, während sich der andere im Zimmer beispielsweise die Zähne putzt. Wer auf Luxus verzichten kann, ist hier gut aufgehoben, ansonsten sollte man ein Appartement oder gleich eines der 2-stöckigen Häuser mieten.

Was uns besonders gut gefällt, ist die wunderschöne Anlage, die direkt am Strand liegt: Ein blühender Garten, eingesäumt von den einzelnen Gästehäusern mit einem geschwungenen Pool in der Mitte. Das Grundstück hat die Form eines längliches Rechtecks, und man braucht schon zwei, drei Minuten, um von der Lobby bis zum Strand zu gehen.

Wir erkunden das Gelände und stellen fest, dass uns nur wenige Gäste über den Weg laufen. Am Pool sind die Liegen fast alle frei, ein paar Gäste entdecken wir am Meer, aber das war es dann auch schon. Offenbar haben sich die alle anderen vor der brütenden Mittagssonne auf ihre Zimmer geflüchtet, denn außerhalb des Resorts gibt es ja nicht all zuviel zu sehen. Aber heute ist Montag, an Wochenenden dürfte hier deutlich mehr Betrieb sein.

Wie sich herausstellt, ist der Operation Manager des Resorts ein Deutscher: Marc-Oliver Thiel, seit 8 Jahren in Malaysia und seit 4 Jahren (mit Unterbrechung) im Resort tätig. Seine Hauptaufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Angestellten – es sind knapp 100 – ihre Arbeit zuverlässig und zur Zufriedenheit der Gäste ausführen. Auch holt er mitunter Gäste vom Flughafen ab – das Hotel bietet selbstverständlich auch einen solchen Service an. „Dann kann es auch schon mal vorkommen, dass mich vor allem unsere deutschsprachigen Gäste als Reiseleiter ansehen“, schmunzelt Marc. „Ich helfe dann natürlich gerne, so gut ich kann“.

Im Gespräch mit Marc-Oliver Thiel (rechts)
Im Gespräch mit Marc-Oliver Thiel (rechts)

Marc ist als Quereinsteiger im Hotelgewerbe gelandet. Kennengelernt hat er Malaysia während eines Tauchurlaubs mit seinem Vater, hiergeblieben ist er der Liebe wegen. Mittlerweile ist er verheiratet und hat zwei Kinder.

Das Resort wird von den Gästen zumeist für 2 bis 3 Nächte gebucht. „2 bis 3 Wochen am Stück verbringen hier nur wenige“, sagt Marc, „fast ausnahmslos sind es Europäer, die sich dann meist für die luxuriösen und geräumigen 2-stöckigen Maisonetten entscheiden.“ Insgesamt verfügt das Resort über 140 Zimmer und Häuser, wobei die 2-stöckigen Häuser auch zu zwei separaten Einheiten umfunktioniert werden können.

Der Strand ist nicht Privateigentum des Resorts, daher ist das Gelände vom Strand durch ein Seil getrennt. Der Sandstrand hat eine sehr feste Konsistenz, man kann hier sogar ganz gut am Meer entlang joggen. Und auch im Wasser hat man einen sicheren Stand, man geht fast wie auf einem flauschigen Teppich. Korallen oder Steine gibt es hier nicht, und man muss schon 20, 25 Meter gehen, bis einem das Wasser bis über den Bauchnabel reicht. Mir reicht erst mal nur ein bisschen Plantschen, ich will ja nicht sofort einen Sonennbrand riskieren, danach ziehe ich mich ans Pool zurück, das am Nachmittag teilweise im Schatten liegt und mittlerweile auch ein paar weitere Gäste angelockt hat.

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Wir haben uns im Beringgis sehr wohl gefühlt und bereut, dass wir unseren Rückflug bereits gebucht hatten und nur eine Nacht bleiben konnten – 2 oder 3 Nächte wären wir gerne geblieben, man kann hier wunderbar relaxen. Wir kommen wieder!