Willkommen in Johor!

Malaysia ist mehr als nur KL, Penang, Melaka und Borneo: Auch Johor, das südlichste Bundesland des malaysischen Festlandes, hat Einiges zu bieten. Eine Gruppe von deutschen Reise- und Marketingspezialisten war auf Einladung und begleitet von Tourism Johor zu Besuch und erhielt einen Crashkurs in Kultur, Geschichte und Geographie des Landes. MALAYSIA INSIGHTS begleitete die Gruppe bei ihren Erkundungen.

Die sechstägige Informationsreise war vollgepackt mit Sightseeing, Gesprächen, Fotosessions und Begegnungen mit Einheimischen, Vertretern von Behörden, Hotels und Freizeitparks, Investoren und Entwicklern. Auf dem Programm standen unter anderem ein Dschungeltrip, der Besuch diverser Museen, einer Insel, eines Fußballspiels (die Southern Tigers aus Johor gegen eine philippinische Mannschaft), einer malaiischen Hochzeit und sogar der für die Öffentlichkeit geschlossenen Grabstätte der Sultane von Johor.

Die vier Teilnehmer der Gruppe – Christiane Balkhi (Honeymoon Travel), Jens Weller (Weller Sports & Entertainment), Chi Thanh Tran (Airport Communication Service) and Achim Heise (L’tur Shop Frankfurt) waren aufgrund ihrer Expertise in ihren jeweiligen Bereichen ausgewählt worden. „Wir erhoffen uns von unseren deutschen Gästen neue Impulse und Ideen, wie wir das Reiseziel Johor im deutschsprachigen Raum besser positionieren können“, so Mohd Shukri Masbah, der Direktor von Tourism Johor, einer Behörde, die der Landesregierung unterstellt ist, „Deutschland liegt uns sehr am Herzen“.

Die sogenannten „Familiarization Trips“ für ausländische Multiplikatoren vor allem aus dem Tourismussektor sind Ausdruck einer neuen Strategie, mit der Johor als Reiseziel gefördert werden soll. „Dies war das erste Mal, dass wir eine Gruppe von Deutschen nach Johor eingeladen haben“, so Mohd Shukri, der selbst bereits viele Male in Deutschland gewesen ist und um die ausgeprägte Reiselust der Deutschen weiß. Erklärtes Ziel sei es, Johor in den kommenden fünf Jahren zu einem vertrauten Namen im deutschsprachigen Raum zu machen.

Für Jens Weller war es bereits der zweite Besuch in Johor. Er entwickelt und koordiniert Austauschprogramme zwischen deutschen und ausländischen Sportvereinen und -verbänden. Erste Strukturen und Ideen für ein optimiertes Marketingprogramm wurden bereits entwickelt und müssen nun konkretisiert werden. „Wir haben hier sehr viel Neues kennengelernt“, sagt Jens Weller, „wir sind überall gut angenommen worden, die Gastfreundlichkeit der Menschen hier ist sehr ausgeprägt.“ Als persönliche Highlights der Expedition nennt er die Insel Rawa und den Besuch einer Ananasplantage, wo den staunenden Gästen gezeigt wurde, wie man aus Ananasblättern Papier herstellt.

Achim Heise betreibt mehrere Reisebüros im Frankfurter Raum sowie einen Last-Minute-Stand am Frankfurter Flughafen. Für ihn war es der erste Besuch in Johor. „Malaysia ist ein recht unbekanntes Land, viele Deutsche können sich nicht viel darunter vorstellen, aber der Eindruck, den wir gewonnen haben, ist: ein freundliches Land mit tollen Leuten und viel Potenzial.“ Besonders beeindruckend fand er einen Fußmarsch durch die ursprüngliche Natur zu einem Wasserfall, der fast nur Einheimischen bekannt ist.

Christiane Balkhi kam als Vertreterin des Reiseveranstalters Honeymoon Travel, der sich auf Flitterwochen und Hochzeiten im Ausland, darunter auch Bali und Thailand, spezialisiert hat. „Malaysia steckt zwar noch in den Kinderschuhen, was unser Marktsegment betrifft. Aber für reiseerfahrene Touristen ist es ein tolles Land. Gut gefallen haben mir die Insel Rawa und die Abstecher in den Dschungel. Es ist alles noch sehr ursprünglich, noch nicht sehr touristisch ausgerichtet. Ich bin positiv beeindruckt.“ Geplant sei, Johor in etwa drei bis vier Jahren auch für Hochzeitsreisen anbieten zu können.

Für Chi Thanh Tran, der im Großraum Frankfurt mehrere Shops betreibt und diverse Werbeflächen vermarktet, stellt Johor „ein gutes Alternativprogramm zu Singapur oder auch Kuala Lumpur, vor allem für Naturliebhaber“ dar. Das Land besticht durch abwechslungsreiche Flora und Fauna, folgerichtig spielt in Johor auch der Ökotourismus eine immer wichtigere Rolle.

Die Gruppe konnte sich davon ein eigenes Bild machen, unter anderem durch Besuche eines marinen Habitats in der Straße von Johor, einer Ökofarm und des Tanjung Piai National Parks. Er ist einer von sechs Naturparks in Johor und besteht zum Großteil aus Mangrovenwäldern, die von den Besuchern auf Holzpfaden erkundet werden können. Mangrovenwälder dienen als Habitat unter anderem für Wandervögel, auch sind hier viele Makaken zu Hause. Darüberhinaus dienen küstennahe Mangrovenwälder als natürliche Barrieren, die die dahinterliegenden Dörfer, Plantagen und Äcker vor Stürmen schützen. Eine weitere Besonderheit des Parks ist die Tatsache, dass er am südlichsten Punkt des asiatischen Festlandes liegt. Eine stilisierte Weltkugel am äußersten Rand des Parks weist darauf hin und ist ein bei den Besuchern beliebtes Fotomotiv.

Ein anderer Ort, den Tourism Johor speziell für den Besuch der deutsche Delegation ausgesucht hat, liegt im Bezirk Pontian: 2014 erlangte ein kleines Dorf kurzzeitig gesteigerte Aufmerksamkeit, nachdem Deutschland Fußballweltmeister geworden war. Der Name der kleinen Siedlung Parit Jerman (German village) veranlasste nämlich viele malaysischen Fußballfreunde und Deutschland-Fans, hier Erinnerungsfotos am Ortsschild zu schießen.

Den meisten davon war es sicher nicht bewusst, dass es einst hier tatsächlich eine deutsche Kolonie gab. Um das Jahr 1880 siedelten hier einige deutschen Auswanderer an und bauten eine florierende Ananasplantage an. Heute ist dieses Erbe fast vergessen. „Bisher kennen wir nur die Namen von zwei Familien, die die Farm bewirtschaftet haben“, erklärt Mr Faizul von den örtlichen Behörden. Man hoffe, durch weitere Forschungen mehr über die Geschichte der Kolonie in Erfahrung zu bringen. Höhepunkt des Besuchs war eine Kanufahrt durch eine sumpfige Wasserstraße, die einst zum Abtransport der Ernte nach Singapur genutzt wurde.

Die 6-tägige Reise nötigte den Teilnehmern doch einiges an Durchhaltevermögen ab, teilweise war die Gruppe von 6 Uhr morgens bis spät in den Abend hinein unterwegs. Eine willkommene Abwechslung bot daher der Besuch der Insel Rawa mit seinem Bilderbuchstrand und türkisfarbenem Wasser, wo den noch vom Jetlag geplagten Gäste eine kurze Auszeit vergönnt war. Die Chalets des Rawa Island Resorts zeichnen sich durch komfortables, bodenständiges Ambiente aus. Auf TV und Internetzugang hat man in den Räumen absichtlich verzichtet. Stattdessen werden Aktivitäten wie Schnorcheln und Tauchen angeboten, Tennis und andere Ballspiele, Expeditionen in den Dschungel oder eine Bergbesteigung am frühen Morgen, um dort den Sonnenaufgang zu erleben.

Dabei ist Rawa nur eine von mehreren Insels vor Johor, die neben den einheimischen auch um ausländische Gäste werben möchten. Man darf davon ausgehen, dass Tourism Johor auch in Zukunft weitere Familiarization Trips organisieren wird, um zukünftig vermehrt auch deutsche Gäste begrüßen zu können mit den Worten: „Selamat datang ke Johor“, willkommen in Johor.

 

 

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