Streifzug durch Perak

Kellie's Castle in Perak
Kellie's Castle in Batu Gajah, Kinta District, Perak, ist ein unvollständiges Herrenhaus, das von dem Schotten William Kellie-Smith in Auftrag gegeben wurde. Der Legende nach soll es dort spuken.

von Uwe Fischer |

Perak, der zweitgrößte Staat der malaysischen Halbinsel, ist ein wahres Juwel. Der rustikale Charme alter Kolonialbauten, die liebevoll gepflegt und dem modernen Lebensstil angepasst worden sind, interessante Museen und reizvolle Naturlandschaften garantieren einen abwechslungsreichen Aufenthalt.

Pangkor Laut Resort (Phalinn Ooi0
Pangkor Laut Resort (Phalinn Ooi)

Einer der ältesten Regenwälder der Welt, Kalksteinfelsen voller prächtiger Höhlen, die in Jahrtausenden entstanden sind, weiße Sandstrände und aufregende Unterwasser-Landschaften machen Perak zu einem lohnenden Ziel für Naturliebhaber. Malerische Inseln wie etwa Pangkor oder Pangkor Laut runden das touristische Angebot ab.

Die Hauptstadt von Perak heißt Ipoh und liegt ca. 200 km nördlich von Kuala Lumpur und 130 km südlich von Penang an der Nord-Süd-Autobahn. Früher war Ipoh als Zinnstadt berühmt, was der Stadt einen erheblichen Reichtum bescherte und ihr den Spitznamen „Stadt der Millionäre“ eintrug. Imposante historische Gebäude zeugen noch heute vom Reichtum vergangener Tage.

Bahnhof von Ipoh (Leon Billows/flickr)
Bahnhof von Ipoh (Leon Billows/flickr)

Ein beeindruckendes spätbarockes Gebäude ist der Bahnhof, der unlängst sein 100-jähriges Bestehen feierte. Von Arthur Benison Hubback entworfen und von den Einheimischen liebevoll als das Taj Mahal von Ipoh bezeichnet, beherbergt es auch das Majestic Hotel. Gegenüber dem Bahnhof befindet sich das Rathaus von Ipoh, ein weiteres weißes Gebäude im neoklassizistischen Stil.

Arthur Benison Hubback zeichnet nicht nur den Bahnhof von Ipoh verantwortlich, er hat auch die majestätische Ubudiah Moschee in Kuala Kangsar entworfen. Die 1917 eröffnete Moschee war eine Auftragsarbeit des damaligen Sultans von Perak, der sich damit bei Allah für die Genesung von einer Krankheit bedanken wollte.

Die Ubudiah Moschee in Kuala Kangsar (jeffreychin/shutterstock)
Die Ubudiah Moschee in Kuala Kangsar (jeffreychin/shutterstock)

Ein anderes außergewöhnliches religiöses Gebilde is der Sam Poh Tong, ein chinesischer buddhistischer Tempel, der in einer Kalksteinhöhle gebaut wurde, etwa 5 km von Ipoh entfernt. Es ist der größte Höhlentempel Malaysias und der älteste und berühmteste Höhlentempel bei Ipoh. Darin befinden sich allerlei Kunstwerke wie z.B. eine liegende Buddha-Figur. Der Tempel bietet Besuchern auch die Möglichkeit, Schildkröten in einen Teich zu entlassen, um ihr Karma auszugleichen. Die Fassade des Tempels stammt aus den 1950er Jahren. 246 Stufen führen hinauf zu einer offenen Höhle mit einem ausgezeichneten Blick auf Ipoh und seine Umgebung.

Eine Attraktion, die man sich nicht entgehen lassen sollte, ist das wunderschön restaurierte Han Chin Pet Soo, Malaysias erstes Hakka-Zinnmuseum. Ursprünglich war es die Heimat des 1893 gegründeten Hakka Tin Miners Club. Wenn du dich für die Geschichte des Zinnbergbaues, das Erbe von Hakka oder die Geschichte von Ipoh selbst interessierst, bist du hier goldrichtig. Gezeigt werden Artefakte, Sammlerstücke, Ephemeras und auch Fotografien aus dem 19. und 20 Jahrhundert. Man sollte sich auf jeden Fall vorher anmelden, denn es werden Führungen von ca. einer Stunde Dauer angeboten. Obwohl kein Eintrittsgeld erhoben wird, werden Spenden gern gesehen.

„Trishaw“ von Ernest Zacharevic, zu finden in der Narrow Road off Jalan Bijeh Timah

Bei all der historischen Pracht in und um Ipoh darf aber auch nicht die zeitgenössische Kunst vergessen werden, die neuerdings auf zahlreichen Häuserwänden in der Altstadt von Ipoh zu finden ist. Verantwortlich für diese Wall Art Murals ist der litauische Künstler Ernest Zacharevic, der auch schon die mittlerweile weltberühmten Wandmalereien entlang der Straßen von Penangs Georgetown gemalt hat. Eine gute Übersicht inclusive einer beschrifteten Landkarte findet man hier.

Für all jene, die vor allem relaxen wollen, hat Perak zudem einige wunderschöne Inseln zu bieten. Pangkor Laut zum Beispiel, oder auch die aufgeschüttete Insel Marina, die sich nicht nur an Touristen wendet, die Wert auf hohen Standard, vielseitige Freizeitangebote und professionelle Betreuung legen, sondern auch nette kleine Häuschen und Apartments zum Kauf anbietet.