Reisen in Malaysia

| von Uwe Fischer

Malaysia kann man relativ sicher und einfach auf eigene Faust bereisen. Die Verkehrsinfrastruktur ist auf gutem Niveau, Beförderungstarife sind günstig und es ist auch nicht nötig, die Landessprache zu lernen, denn mit Englischkenntnissen kommt man hervorragend zurecht. Eigentlich braucht man nur wenige Hilfsmittel, um für den Alltag gerüstet zu sein: Ein Smartphone, eine malaysische SIM-Card sowie die einschlägigen Apps, und, ach ja…einen Pullover!

Den Pullover deswegen, weil es in dem sonnenverwöhnten Land, in dem Außentemperaturen von über 30 Grad die Regel sind, eine Volkskrankheit zu sein scheint, sämtliche Innenräume, insbesondere von Bussen, Bahnen und Taxen auf Kühlschranktemperaturen herunter zu regeln. Dies empfand ich teilweise als so unangenehm, dass ich mehrmals Busse nach nur einer Station wieder verlassen musste, um dem eiskalten unerbärmlichen Gebläse auf der schweißnassen Haut zu entgehen.

„Money changers“ findet man in der Regel in den Einkaufsstraßen und -zentren. In ländlichen Gegenden allerdings kann man Pech haben.

Geld wechseln

Wer in Malaysia ankommt, sollte, wenn nicht schon geschehen, als erstes einmal Geld tauschen. Das macht man üblicherweise bei den privaten Money Changern, die man an Flughäfen und Bahnhöfen sowie in Shopping Malls und Einkaufsstraßen finden kann. Es sind wahlweise Schalter, kleine Büdchen oder Geschäfte, die in aller Regel die aktuellen Kurse auf Leuchttafeln ausstellen –  man muss also nicht befürchten, als Ausländer über den Tisch gezogen zu werden. Auch fallen keine Gebühren an, es ist also absolut transparent, WYSIWYG sozusagen: What You See Is What You Get.

Obendrein sind die Kurse noch dazu günstiger als die in den Banken (in denen man überdies viel Geduld braucht, aber das ist eine andere Geschichte). Derzeit bekommt man für einen Euro zwischen 4,50 und 4,90 Ringgit, wobei die Kurse bei den einzelnen Money Changern meist nur wenige Cent voneinander abweichen.

Alternativ kann man natürlich auch an den Geldautomaten (ATM – Automatic Teller Machine) Bares per ec- oder Kreditkarte ziehen. Hierbei ist zu beachten, dass Gebühren sowohl bei der malaysischen als auch der heimischen Bank oder Sparkasse anfallen können.

Internet & Telefon

Das zweite, was man sich besorgen sollte, ist eine malaysische SIM-Card, um über eine lokale Telefonnummer (braucht man, um mit Fahrern zu kommunizieren) und Internetflatrate zu verfügen. Die kann man am besten direkt in einem Shop oder Verkaufstresen am Flughafen oder Bahnhof erwerben und sich direkt vor Ort einsetzen und aktivieren lassen. Beworben werden in der Regel Flatrates für etwa 40 Ringgit, die ein Datenvolumen von 1 oder mehr GB beinhalten und zeitlich begrenzt sind, ganz ähnlich wie bei uns.

Dann sollte man folgende Apps installieren, wenn nicht bereits vorhanden:
1. Grab und/oder Uber
Grab ist der malaysische Mitbewerber von Uber, der nach meiner Beobachtung zumindest von den Einheimischen häufiger als Uber genutzt wird. In der Regel sind die Fahrten dort etwas günstiger…was hinreichend erklärt, warum Grab Uber so erfolgreich Konkurrenz macht, denn Malaysier sind Sparfüchse! Im Übrigen scheint Grab in Malaysia so etwas wie der nationale Zweitjobanbieter geworden zu sein. Fast alle Grab Fahrer, mit denen ich gesprochen habe, machen den Job nur nebenher in ihrer Freizeit.

Hat man die App installiert und aktiviert, gibt man einfach die Abhol- und Zieladresse ein, bekommt kurz darauf den Preis angezeigt und bestätigt die Anfrage. Dann wartet man ein paar Sekunden oder Minuten, bis ein Fahrer gefunden wurde. Dieser wird automatisch informiert und meldet sich telefonisch oder per chat, kurz bevor er eintrifft. Auch die App selbst gibt jederzeit Auskunft, wo sich der Fahrer gerade befindet.

2. Eine Hotelbuchungs-App
Ich persönlich habe es bei booking.com belassen, weil ich die App kenne und es bisher noch nie irgendwelche Probleme gab. Aber natürlich dürfte das auch auf viele Mitbewerber zutreffen. (Wer private Unterkünfte bevorzugt, sollte sich auch mal auf airbnb umschauen, oder das offizielle „Homestay“-Programm der malaysischen Tourismusbehörden nutzen. Deren Angebot ist allerdings recht überschaubar, siehe: http://www.malaysia.travel/en/resources/tourism-directory/homestay)

Damit ist man als Individualreisender bestens ausgestattet, um sich zumindest schon mal in den Ballungsgebieten stressfrei bewegen zu können. Eventuell kann auch eine Navi-Software nicht schaden, ich persönlich bin aber auch ohne gut ausgekommen; wenn überhaupt, habe ich Maps benutzt, um Entfernungen abschätzen zu können.

Busreisen

Busterminal in George Town, Penang

In den Metropolen, allen voran Kuala Lumpur und George Town, gibt es gut ausgebaute Busnetze, in den beiden genannten Städten gibt es sogar kostenlose Buslinien, die die Hauptattraktionen miteinander verbinden (Go KL bzw. MBPP Rapid Penang CAT). Die regulären Linien sind aber auch nicht teuer. Wer allerdings die Stadt per Bus besichtigen möchte, sollte ein Ticket der Hopon HopOff Anbieter kaufen. Die sind zwar mit 40 bzw. 50 Ringgit recht teuer, gelten dafür aber auch einen ganzen Tag lang.

Wer größere Entfernungen zurücklegen möchte, sollte sich entweder einen Wagen leihen (internationaler Führerschein ist notwendig!) – an den Flughäfen gibt es in der Regel mehrere Anbieter, und wer sich die Zeit nimmt, Tarife zu vergleichen, kann hier einiges sparen – oder aber Fernbusse oder Züge in Betracht ziehen. Es ist nicht empfehlenswert (und auch gar nicht immer machbar), sich die Tickets zuvor online zu besorgen. Statt dessen empfehle ich den klassischen Weg, sich zum Bahnhof/Busterminal durch zu schlagen, vor Ort die Tickets zu kaufen und auf den nächsten Bus zu warten. Es macht allerdings Sinn, vorab online zu recherchieren, wann und wie oft die Busse überhaupt gehen.

Tickets sollte man unbedingt nur an den offiziellen Schaltern erwerben, um keinem Betrüger aufzusitzen – man wird nämlich gerne mal auf dem Weg zum Schalter von „hilfsbereiten“ Menschen abgefangen, die einem Tickets andrehen wollen. Wer weiß, ob die gültig sind und wenn ja, wann. Besser, man lässt die Finger davon und stellt sich in die Schlange vor dem Schalter, auch wenn es etwas länger dauert.

Die Qualität der Busse ist meist in Ordnung, aber eine Garantie hat man natürlich nicht. Auf den populären Strecken zwischen den Metropolen verkehren verschiedene Anbieter zu unterschiedlichen Preisen, vielleicht macht es Sinn, hier nicht am falschen Ende zu sparen und lieber einen höherpreisigen Anbieter zu wählen.

Weiterführende Links:

HopOn KL Artikel

http://www.penang-traveltips.com/cat.htm

https://www.gokl.com.my/

http://www.malaysia.travel/en/resources/tourism-directory/homestay