Miteinander in Malaysia: Unity in Diversity

Ein Gespräch mit der Fotokünstlerin Bärbel Starz, die vom 20. Januar bis 22. Februar 2017 in Düsseldorf ihre in Malaysia entstandenen Fotoarbeiten ausstellt.

Frau Starz, Sie werden in Kürze in der fifty-fifty-Galerie in Düsseldorf Ihre Fotoarbeiten präsentieren, die in Malaysia entstanden sind. Das Projekt nennt sich „Unity in Diversity“. Um was geht es dabei genau?
Unity in Diversity ist mein Herzensprojekt. Es geht um den interreligiösen Dialog in Malaysia.

Wie lange hat denn die Reise gedauert?
Einen Monat, den März 2015.

Was verbindet Sie denn mit Malaysia, bzw. warum haben Sie das Projekt gerade in diesem Land durchgeführt?
Weil ich mit meiner Familie von 1996-1999 in Kuala Lumpur lebte und arbeitete. Mein Sohn Paul Johannes Sayang wurde 1997 dort geboren

Ist es Ihr erstes künstlerisches Projekt mit Malaysia-Bezug?
Ja. Es ist mein persönlicher Blick in die Ferne.

Wie sind Sie denn auf das Thema gekommen und wie haben Sie es umgesetzt?
Es hat mich immer fasziniert, dass in K.L. architektonisch neben dem Buddhistischen Zentrum bzw. Tempel die Hindu-Pagode, die Moschee, die christliche Kirche Seite an Seite grenzt. Eine unglaublich vielfältige spirituelle Kultur existiert und gelebt wird. Die Idee war, die Figur des Engels als Metapher für Interreligiosität in den Mittelpunkt zu stellen.

War das von vornherein so geplant?
Ja, mit den Engelflügeln unter dem Arm ging die Reise los. Das war das Einzige, was planbar war. Die waren so eine Art Wegbegleiter, mit denen ich Türen und Tore öffnete. Am zweiten Tag nach meiner Ankunft lief ich mit meinen Flügeln am Buddhistischen Zentrum vorbei und traf auf das Kernteam des UN World Interfaith Harmony Week Malaysias.

Was ist die Interfaith Harmony Week?
Das ist ein UN Projekt, das Herzensprojekt des Königs von Malaysia: Aus allen Religonen wurden Stellvertreter ausgewählt, welche seit über 20 Jahren am Interreligiösen Dialog aktiv arbeiten. Sie arbeiten ganzjährig zusammen und kennen international alle politischen und religiösen Führer. Es sind Menschen, die groß und weit denken. Welche an das friedliche Miteinander glauben trotz großer Unterschiede.

Und aus dieser Begegnung hat sich dann eine Zusammenarbeit ergeben?
Es hat sich gefügt. Sie waren sehr offen.

Wie haben Sie die Vorbereitungen für Ihre Reise getroffen? Hatten Sie schon bestimmte Orte oder Motive im Kopf, oder haben Sie sich vor Ort inspirieren lassen? Was war der Auslöser für dieses Projekt?
Es war die Sehnsucht zurück in meine frühere Heimat zu reisen, meine Freunde und Wegbegleiter wiederzusehen, das paradiesisch wunderschöne Land mit Hilfe meiner Kamera zu zeichnen und mein inneres Bild zu visualisieren. Ich lief im Prinzip ohne konkreten „Plan“, aber doch mit einem „inneren“ Plan und einer Vision dorthin und kommunizierte – dank der Engelflügel.

Ein zweiter Aspekt, der neben den Flügeln auffällt, ist, dass sie relativ häufig Personen von hinten abbilden oder jedenfalls von der Kamera abgewandt. Hat das eine symbolische Bedeutung oder konkrete Gründe?
Ja es sind Rückenfiguren. Kontemplativ – ihrer eigenen Glaubenspraxis zugewandt, dennoch trotz Unterschiedlichkeit auf einem gemeinsamen Weg. Die Menschen platzieren sich wie sie sich selbst fühlen und ich nehme wenig Einfluss.

Viele Motive sind an ruhigen, meditativ wirkenden Orten entstanden…
16–Taoist IIIJa, in der Ruhe liegt die Kraft. Manchmal ging ich gezielt mit den zu porträtierenden dorthin, zum Beispiel zum Lake Garden in KL, wo der Zyklus mit dem Taoisten entstand. Oder in den Penang Butterfly Park. Oder nach Perhentian, zu den Seepiraten mit ihrem animistischen Glauben.

Wieviele Bilder sind während Ihrer Reise entstanden, und wie viele davon werden Sie in Düsseldorf zeigen?
Es ist eine Auswahl von 44 Bildern entstanden.

Kann man die Bilder erwerben und was geschieht mit dem Erlös?
Ja, es gibt verschiedene Editionen: Eine limitierte Auflage von 12 Großformaten im Format 120 cm x 120 cm, außerdem eine Künstleredition mit 44 fineartprints im Format 15 cm x 15 cm und schließlich 44 Künstlerpostkarten, die man einzeln oder als ganzes Set erwerben kann im Format 12 cm x 12 cm. 50 Prozent der Erlöse gehen als Spende an von fifty-fifty unterstützte Projekte.

Einladung  zur Ausstellung ‘unity in diversity‘  in der fiftyfifty Galerie in der Jägerstr. 15 40231 Düsseldorf – Eller

Zur Eröffnung und Begrüßung am Freitag, den 20. Januar 2017 um 19.00 Uhr sprechen:

Frau Adina Kamarudin, Generalkonsulin von Malaysia
Dato‘ Dr. Achim G. Deja, Deutsch-Malaysische Gesellschaft, Präsident
Einführung: Dr. Martina Padberg, Kuratorin, Bonn