Malaysia auf der Frankfurter Buchmesse

10 Buchvorstellungen und rund 30 Verleger vor Ort – mit der größten Delegation seiner Geschichte hat sich Malaysia auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse hervorragend in Szene gesetzt.

Mit Indonesien als diesjährigem offiziellen Partnerland der Buchmesse war schon im Vorfeld von einer erhöhten Aufmerksamkeit der internationalen Literaturszene an Südostasien auszugehen, und Malaysia nutzte klug die Chance, als Nachbarland mit gemeinsamer Sprache, vergleichbarer kultureller Prägung und ethnischer Vielfalt von der Publicity zu profitieren. Neben Indonesien, dem viertgrößten Land der Welt, ist Malaysia mit seinen etwa 30 Millionen Einwohnern zwar vergleichsweise klein; sein Buchmarkt braucht sich allerdings vor dem großen Nachbarn nicht zu verstecken, ganz im Gegenteil: Etwa 20.000 Titel erscheinen pro Jahr in Malaysia, Indonesien mit seinen 250 Millionen Einwohnern – achtmal so viele wie in Malaysia – veröffentlicht mit rund 40.000 Titel pro Jahr gerade mal doppelt soviele.

Dennoch ist natürlich der malaysische Markt in absoluten Zahlen recht überschaubar. Um den wirtschaftlichen Erfolg zu erhöhen und neue Märkte für die malaysische Literatur zu erschließen, ist das Land daher zunehmend bemüht, Buchrechte international zu vermarkten. Federführend hierbei ist der „National book council of Malaysia“, einer dem Bildungsminsterium unterstellten Organisation, die sich aktiv für die internationale Vermarktung einsetzt. Sie zeichnet verantwortlich für die jährlich erscheinende Publikation „50 best Malaysian Titles for International Rights“, die auch auf der Buchmesse kostenlos ausgelegt wurde. Wunderschön illustrierte Kinderbücher wie etwa „Puteri Pakma“ (Prinzessin Pakma) von Abby Zain sind darin ebenso zu finden wie aufwändige Bildbände über malaysische Architektur, Kultur und Natur.

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Die internationale Vermarktung wird unter anderem auch vom Malaysian Institute of Translation and Books durch eigene Veröffentlichungen und Übersetzungen in andere Sprachen gefördert. Auf der Frankfurter Buchmesse wurden unter anderem zwei Übersetzungen ins Deutsche vorgestellt: „Der Damm“ von Prof. Zakaria Ali erzählt von den Eindrücken, die der Autor in den USA sammeln konnte. „Willkomen zu Hause, Juita“ ist eine Sammlung von Gedichten, die das Leben und die familiären Beziehungen in Asien reflektieren.

Einen besonderen thematischen Schwerpunkt auf dem Malaysia-Stand bildeten Kochbücher, was dadurch unterstrichen wurde, dass drei malaysische Starköche ihre aktuellen Veröffentlichungen persönlich vorstellten. Bei der Gelegenheit ließen sie es sich natürlich nicht nehmen, auch gleich noch eine kleine Kostprobe ihrer Kreationen live vor Publikum zuzubereiten und die Besucher anschließend zur Kostprobe einzuladen. Ein sehr willkommender und äußerst passender Beitrag auf dem Malaysia-Stand, lautete doch dessen Motto in diesem Jahr „Flavours of Malaysia“.