Schiffswracks vor Labuan

Das Wrack der Tung Hwang (flickr/meng)
Das Wrack der Tung Hwang (flickr/meng)

Labuan ist eine Inselgruppe vor der Küste des Bundesstaates Sabah in Ost-Malaysia. Die gleichnamige Hauptinsel ist von 6 kleineren Inseln umgeben. Labuans Hauptstadt Victoria ist vor allem als Offshore-Finanzplatz und Geschäftsviertel bekannt. Tauchern hingegen gilt die Inselgruppe als El Dorado für Schiffswrack-Erkundungen.

Erstmals wurde die britische Flagge auf Lebuan am 24. Dezember 1846 gehisst

Seit dem 15. Jahrhundert war Labuan Teil des Sultanats Brunei, das seinerzeit die komplete Nordküste von Borneo umfasste. Im 18. Jahrhundert erwarben die Briten die Insel Labuan, um sie als Marinebasis zu nutzen und die Piraterie im Südchinesischen Meer zu bekämpfen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Labuan von den Japanern besetzt und als Verwaltungszentrum für deren Streitkräfte eingesetzt. Nach dem Krieg erhielten es die Briten zurück, die es ihrerseits 1963 wieder an Malaysia zurückgaben; Labuan wurde Teil des Bundesstaates Sabah und mithin der Malaysischen Föderation. Im Jahr 1984 übergab die Regierung von Sabah Labuan an die Bundesregierung, die es zum „Federal Territory“ ernannte. 1990 schließlich wurde es zu einem internationalen Offshore-Finanzplatz ausgebaut und zur Freihandelszone erklärt.

Labuan hat aber auch eine andere Seite, denn auch Taucher haben Labuan für sich entdeckt: Drei Schiffswracks – die SS De Klerk, USS Salut und MV Tung Hwuang -laden zur Unterwasser-Erkundung ein. Von Victoria aus sind sie leicht zu erreichen, man braucht nur etwa 40 oder 50 Minuten mit dem Boot.

Eines der Schiffe wurde fälschlicherweise lange Zeit für ein Wrack gehalten, das von der Royal Australian Air Force versenkt worden sein soll. Mittlerweile wurde es aber identifiziert als das niederländische Schiff SS De Klerk. 1944 wurde das Schiff von eine Mine getroffen und sank 23 Kilometer südwestlich von Labuan. Heute ist nur das Metall-Skelett übrig geblieben, das neben Tauchern auch eine Vielzahl von bunten Fischen anlockt.

Auch die USS Salut war im Zweiten Weltkrieg im Einsatz, als Minensucher der USA-Marine. Sie liegt 24 Kilometer südlich von Labuan in etwa 30 Metern Tiefe, in zwei übereinander liegende Stücke verbrochen. Dieser Tauchplatz ist schon etwas anspruchsvoller, wendet sich an erfahrenere Taucher. Sowohl auf als auch in der Nähe des Wracks findet sich noch Munition, bis vor kurzem war darunter auch noch scharfe Muition, die mittlerweile aber von der malaysischen Marine entfernt wurde.

Die MV Tung Hwuang sschließlich, auch bekannt als „Zementwrack“ war ein Frachter, der beim Transport von Zement für den neuen Palast des Sultans von Brunei am 25. September 1980 sank. Das Schiff lief auf die Samarang Bank auf und sank kläglich bei dem verzweifelten Versuch, Labuan noch rechtzeitig zu erreichen. Das Wrack liegt östlich der Insel Kuraman, nur 21 Kilometer von Labuan entfernt. Das Schiff ist 92 Meter lang, 15 Meter breit und sitzt senkrecht auf dem Meeresboden auf 30 Meter. Von den drei Schiffen ist es am einfachsten zu erkunden, so dass es gerne für Taucherausbildung genutzt wird. Neben dem Wrack ist auch eine unglaubliche Vielfalt an Meeresleben zu bewundern, darunter Barrakudas, Schildkröten und Riff-Fische. Auf der Oberfläche des Wracks wachsen zudem Korallen, Für viele Unterwasserfotografen gehört es somit zu den weltweit attraktivsten Wracks.

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