Exportschlager Medizinische Produkte

von Uwe Fischer |

10 malaysische Unternehmen der Medizinprodukte-Industrie stellen sich dieses Jahr auf der Fachmesse MEDICA in Düsseldorf vor. Sie repräsentieren eine Branche, die in Malaysia zu den führenden Industriezweigen zählt und schon seit Jahrzehnten maßgeblich zum Wirtschaftswachstum beiträgt. Ihr Erfolg ist vor allem der steigenden Nachfrage aus dem Ausland geschuldet: über 90 Prozent der Produktion gehen in den Export.

Von medizinischen Handschuhen über orthopädische Geräten und Dialysatoren bis hin zu Implantaten, von diagnostischen Bildgebungsgeräte bis hin zu Equipment für die minimal-invasive Chirurgie: Malaysische Produkte haben sich weltweit durchgesetzt. Die Branche umfasst heute über 200 Hersteller, die Wertschöpfungsquote lag einer Studie aus dem Jahre 2017 zufolge bei beachtlichen 57 Prozent. Mittlerweile gibt es in Malaysia um die 50 Firmen, die den Status einer LLC (Large Local Company) innehaben. Zu den bekanntesten zählen Vigilenz, Straits Orthopaedics, Ideal Healthcare, Top Glove, Hartalega und Kossan Latex Industries.

Viele dieser Firmen verarbeiten vornehmlich Gummi, einem von Malaysias wichtigsten Rohstoffen. Nach wie vor ist das Land die weltweit führende Exportnation medizinischer Handschuhen (Untersuchungs- und Operationshandschuhe) und deckt mehr als 50% der weltweiten Nachfrage ab. Daneben werden auch Kondome, Katheter und andere medizinische Gummiartikel wie z.B. Zahndämme, Gummiplatten, Schläuche und Atembeutel produziert.

Auch ausländische Investoren zeigen sich von der Dynamik der Medizinprodukteindustrie beeindruckt, zumal aus Sicht ausländischer Kapitalgeber weitere Vorteile hinzukommen, etwa der strikte Schutz geistigen Eigentums (IP) sowie die Verfügbarkeit von hochqualifiziertem Personal in Produktion und Management. Die malaysische Regierung tut ihr Übriges, indem sie attraktive Anreize schafft.

Mit Erfolg: Ausländische Geldgeber haben bis heute 3,43 Milliarden US-Dollar in die Medizinprodukte-Industrie in Malaysia investiert. Über 30 multinationale Unternehmen (MNCs) haben Malaysia als Offshore-Produktionsstandort auserkoren, darunter Abbott, Agilent, C. R. Bard, Symmetry Medical, Teleflex, Resmed, Ciba Vision, Ambu, Toshiba Medical Systems und Haemonetics. Auch die deutsche Firma B. Braun, die schon seit 1972 in Malaysia ansässig ist,  hat gerade wieder kräftig investiert: Im April hat B. Braun in Penang fünf neue Produktionsanlagen sowie weitere Verwaltungsgebäude eröffnet. Dort werden medizinische Geräte für die Infusionstherapie, pharmazeutische Lösungen sowie chirurgische Instrumente für die Behandlung von Patienten in Malaysia und auf der ganzen Welt gefertigt.

Die in Malaysia operierenden MNCs profitieren von einer hervorragenden Infrastruktur, zu der zuverlässige Transport- und Logistikdienstleister ebenso zählen wie eine gut aufgestellte lokale Zulieferindustrie. Anbieter von Sterilisationsdienstleistungen und steriler medizinischer Verpackungen sind in Malaysia ebenso vor Ort wie Werkzeug- und Formenbauer und Feinmechaniker. Unterstützende Industrien und Dienstleister für Lohnfertigung, Montage und Maschinenbau sowie Elektronikfertigung, aber auch Spezialisten für Forschung und Entwicklung sind ebenfalls verfügbar.

Der weitaus größte Teil der produzierten Waren geht ins Ausland: Der Exportanteil liegt bei über 90 Prozent. Dazu zählen – neben  den bereits erwähnten Handschuhen – vor allem technologisch fortschrittliche Produkten wie Herzschrittmacher, Stents, Implantate sowie elektromedizinische, therapeutische und Überwachungsgeräte. Für die Einhaltung internationaler Normen und Compliance-Systemen sorgt die Medical Device Authority (MDA), eine vom Gesundheitsministerium (MOH) geschaffenen Regulierungsbehörde.

Zusammen mit MATRADE arbeitet das MOH auch daran, Malaysias Position als internationalem Hub für Medizinprodukte weiter zu stärken. Daraus entstand das sogenannte Business Matching International Sourcing Programme (INSP), das als effektive Plattform für die Vernetzung mit internationalen Partnern und Kunden ausgelegt ist.

Zudem unterstützen und organisieren die Behörden auch die Teilnahmen an internationalen Fachmessen, um Malaysias Medizinprodukte ins rechte Licht zu rücken. Die nächste Gelegenheit für europäische potenzielle Geschäftspartner, sich ein eigenes Bild zu machen, ist auf der MEDICA in  Düsseldorf im November. Weitere Infos finden sich auf dieser Website von MATRADE.